Aus einem Interview

NEW PROJECTS

Pandemic Music Film-1: PUNTO CORONATA
Pandemic Music Film-2: CORONATA in BLUE
LENIN & FELIX A film

HANDCUFFS-IMPRO: YOU WILL NOT SILENCE US!
DAS KNABENHERZ VON PYRMONT A film-opera

CONCERTS

    Juli 2: Nodelman-Trio bei erstKlassiK: Videos
     Juli 22:Hommage an Iossif Spinel: Video


PIANO AUSTRIAN MASTER CLASSES

       April 10-16 2022 Schloss Zell an der Pram
       August 21-27 2022 Schloss Zell an der Pram

NEW COMPOSITIONS

UKRAINE-1941: LUX ÆTERNA Concerto for violin and symphony orchestra in memory of the victims of Holocoast in Babi Yar
UKRAINE-2022: CONCERTO-REQUIEM for cello, harp, timpani and strings
PUNTO CORONATA guasi una passacaglia for several instruments

NEW CDs

LES FLEURS DU MAL "Disc of the Month"
Music Web International: 1 / 2 / 3
FB / Amazon / JPC

NEW SCORE EDITIONS

Ries & Erler Music Publishing Berlin

INTERVIEWS

Süddeutsche Zeitung vom 4. November 2015
Münchner Künstlerhaus Jourfixe-Blog

 

 

 

 



 
News

L. P.: Kann man heute noch von einer  typischen Tonsprache eines Komponisten sprechen und wie bestimmt sich eine solche Sprache heute?

V. G.: Jeder der großen Komponisten hatte eine eigene unverwechselbare Sprache, auch wenn viele dieser Sprachen innerhalb einer Stilrichtung lagen.
Heutzutage ist es meistens unmöglich einen Komponisten vom anderen zu unterscheiden. Schuld daran ist eine rein technische Herangehensweise an das Komponieren. Jeder Mensch ist ein Unikat, und wenn er sich selbst offenbart, mit all seinen Gefühlen und Gedanken, dann wird seine Musik zwangsläufig etwas Individuelles haben. Wenn er aber nur damit beschäftigt ist, dass alle ihn als ausreichend "modern", "zeitgemäß", "gegenwärtig" bewerten, wenn er nicht nach Ausdruck von seinem wahrem Ich strebt, sondern nur nach effektvollem und zeitgerechtem Äußeren, nach der heutige Mode alles Menschliche zu vermeiden, um einer neuen konzeptionellen Kunst zu entsprechen und damit gefällig zu sein - dann ist es kein Wunder, dass sich jeder jedem ähnelt: Es kann ja keine großen Unterschiede unter attraktiv glitzernden  Bonbonpapier-Sorten geben! Vor lauter Angst  als altmodisch abgestuft zu werden, wollen die meisten nicht erkennen, dass das, was früher modern und rebellisch war, heute längst zu einem abgestorbenen akademischen Dogma geworden ist.

L. P.: Wie würden Sie Ihre Komposition beschrieben? 

V. G.: Etwas über meine Musik zu sagen, fällt mir schwer. Eigentlich braucht nur solche Musik eine Beschreibung, die selbst nicht genug aussagekräftig ist. Wir leben in einer Zeit der „konzeptionellen“ Kunst: Das bedeutet, dass ein Kunstwerk aus eigener Kraft nicht viel bewirken kann; es ist ohne eine verwickelte, ausgeklügelte und pseudophilosophische Deutung kaum lebensfähig. Ein auffallender Titel, Erklärungen des Autors oder eines Kunstwissenschaftlers – das sind all die Krücken, auf denen sich ein Werk heutzutage zum Publikum schleppt. Die Kunst wird dadurch zur angewandten Kunst und zum Design, das oft nett und interessant, doch ziemlich sinn- und gefühlsentleert ist.  
Ich hoffe, dass sich die Menschen ohne Deutungen direkt von meiner Musik angesprochen fühlen.